Sonntag, Januar 31, 2010

die dämmerung fällt


die dämmerung  fällt

wildenten über dem bleigrauen see

rohrkolben
mit vergessenen zottelblüten vom sommer
die strähnengleich
sich im sanften abendwind wiegen

sachter nebel steigt aus wiesen
leicht wie tüll und märchenhaft

über allem wandert still der bleiche mond

Freitag, Januar 29, 2010

plakat


 eingefärbte wolken

staubblasende regentropfen
auf der dorfstraße

lenzsuchende krokusse
in bunter palette
im versunkenen garten
gegenüber

bretterzaun
braun und verfallen

wind zerrt am vergilbten plakat

« der weg in die zukunft »

Mittwoch, Januar 27, 2010

bambusflöte


die umsonst gehenkten
tanzen nicht mehr
zu dem klang
der bambusflöte

küssen keinen
mund im bambushain

die umsonst gehenkten
schenken ihrer lieben
keine blüten
dunkler rosen
und kamelien

zwischen blick
und zärtlichkeit

die umsonst gehenkten
werden nachts
beweint
vom mondlicht
und vom wind
der berge

manchmal auch
von einem freund

Dienstag, Januar 26, 2010

der irre


 die kinder kannten und liebten ihn
denn er kletterte mit auf die bäume

und er sang - und er sprang
und wie sie - fiel er hin
und er suchte mit ihnen die träume

doch die alten - die lachten
"der ist wie ein kind
er kann weder schreiben noch lesen"

nur die kinder waren anders
 weil sie kinder sind
: sie liebten sein traumhaftes wesen

Montag, Januar 25, 2010

provence


 lorbeerduftender sonntag
und kein mistral

buntsandstein
zerrissen von wind und wetter

zypressen
ginster und mandelbäume
krallen sich in den grund

balsamduft der zistrosen
in weiß und rosa

ich pflücke mir noch thymian

Sonntag, Januar 24, 2010

im wiegenden zitronengras


im wiegenden zitronengras
da träumt die poesie
da weht der wind die wolken blaß
dort bei der rosalie

die sonne färbt die felder rot
die berge leuchten blau
auf leichten wellen tanzt ein boot
noch vor dem morgentau

im wiegenden zitronengras
da träumt die poesie
da küßt der mond die wolken blaß
und ich küß rosalie

Freitag, Januar 22, 2010

heut' möcht' ich fliegen


heut' möcht' ich fliegen über die wiesen
dort wo so herrlich blumen noch blüh'n
und wo die wolken weiß wie die möwen
ziehen am blauen himmel dahin

heut' möcht' ich fliegen über die meere
dort wo mein herz die freiheit noch fühlt
wo wild die wogen tanzen am himmel
und mir der nachtwind träume bringt

Donnerstag, Januar 21, 2010

aus meiner seele springen die gedichte

Herentals

aus meiner seele springen die gedichte
aus meinem herzen tanzt das lied

im sonn' und mond und sternenlichte
die schönste blume mir erblüht

 durch zeit und wind - in diesem leben
schweb' ich zur nacht ins paradies

ein märchenbuch würd' man mir geben
wenn ich das paradies verließ

und weint mein herz - so weint meine seele
von morgens bis nach mitternacht

deshalb ich mir auch heiteres empfehle
damit mein herz und meine seele lacht

aus meiner seele springen die gedichte
aus meinem herzen tanzt das lied

im sonn' und mond und sternenlichte
die schönste blume mir erblüht

Dienstag, Januar 19, 2010

und sonst war nichts


fragt mich nicht ob sie mich liebte
und fragt mich nicht wie sie hieß
und fragt mich nicht wohin sie wollte
als sie neulich mich verließ

doch ich nahm sie in meine arme
und ich küßte sie zärtlich
lange
und sonst war nichts

fragt mich nicht ob ich sie liebte
und fragt mich nicht wie' s mir geht
und fragt mich nicht ob ich sie suchte
auf dem weg wo der vollmond steht

doch ich nahm sie in meine arme
und ich küßte sie zärtlich
lange
und sonst war nichts

fragt mich nicht nach all' den dingen
und fragt mich nicht wann wir uns seh' n
und fragt mich nicht nach einem namen
denn ich bleib' bei mancher steh' n

doch ich nahm sie in meine arme
und ich küßte sie zärtlich
lange
und sonst war nichts

Montag, Januar 18, 2010

niemandsland



da irgendwo im niemandsland
da wandert seele übern strand

da irgendwo im niemandsland
da fallen tränen in den sand

da irgendwo im niemandsland
da ist der fremde unbekannt

da irgendwo im niemandsland
da nimmt dich niemand an die hand

da irgendwo im niemandsland
da sind die träume längst verbrannt

Sonntag, Januar 17, 2010

schneesturm in der taiga




schneesturm peitscht durch weiße birken
weiße birken ohne blätter biegen sich
im sturm der taiga

wölfe heulen - hetzen beute
lautlos schleicht der große tiger
durch den wald von amurskaya

schneesturm peitscht durch weiße birken
weiße birken - weißer durch den schnee
der taiga

Samstag, Januar 16, 2010

ertrunkenes land


der tag erwacht im regenwind
im wasser stehen bäume
dort wo die wilden blumen sind
da fallen blütenträume

der himmel dunkelgrau meliert
läßt keine sonne sehen
die dohlen flattern ungeniert
dort wo die türme stehen

ertrunkenes land im regenwind
im wasser stehen bäume
für die - die nun da draußen sind
gibt es nur regenträume

Freitag, Januar 15, 2010

letzte briefe

Keramik aus dem Erzgebirge

du läufst mir immer noch
zu viel durch meine träume
vor jahren hast du mir
ein lebewohl gesagt

die letzten briefe
hing ich mir auf regenbäume
sie sind nun aufgeweicht
und sie zu lesen hab' ich nie gewagt

nur selten gehe ich
zu diesen regenbäumen
und schaue ängstlich
ob die briefe wohl noch sind

vergebens laufe ich
aus allen träumen
du winkst mir zu und
lachst im morgenwind

durch meinen park



der winter lief durch meinen park
da froren alle blumen stark
und fielen in das gras

es brachen alle blüten ab
und dies war alles was ich hatt'
doch sonst war da nichts mehr

es lag nur schnee auf allem da
ich war sehr traurig was ich sah
 ich sah kein leben mehr

der winter lief durch meinen park
da froren alle blumen stark
und fielen in das gras

eismond



eismond hängt am winterhimmel
wolken schweben fern
eine handvoll weiße flocken
hätt' ich doch so gern

sterne glänzen wie kristalle
und die nacht ist kalt
manche gehen müd' nach hause
dunkel liegt der wald

schnee liegt morgens auf den feldern
keine sonne scheint
eine mutter zieht den schlitten
und ihr kind das weint

eisblumengedicht


die blumen blüh'n am fenster ganz in weiß
der winterhimmel zeigt sein schönstes blau

die kinder tanzen auf dem glatten eis
ich steh am kiosk bei der zeitungsfrau

der wind weht beißend durch mein kamisol
der schnaps wärmt zaghaft meinen magen

ich geh' nach haus - da ist's mir warm und wohl
die sonne fällt weit hinterm großen wagen

die sterne sind ein großes mobile
sie funkeln in der kalten winternacht

eisblumen blüh'n am fenster wo ich steh'
die ersten flocken fallen sacht

ins café um die ecke


ins café um die ecke
kommt er jeden tag
um die gleiche zeit
wenn es abend wird

und er hat keine eile
sitzt nur einfach da
trinkt sein bier allein
wenn es abend wird

und er findet nicht
die erinnerung
die wohl einmal war
und nun nicht mehr gibt

kobaltblauer winterhimmel

Dipsacus silvester - wilde Karde

kobaltblauer winterhimmel
ein paar wolken weit und weiß

eiskristalle atmen stille
krähen kauern schwarz in weiß

rebhuhn harrt im unterholz
weg verschneit nur ein paar stapfen

frosterstarrte silberweiden
in der sonne tropfen zapfen

kobaltblauer winterhimmel
ein paar wolken weit und weiß

winterabend

Winter im Schwarzwald


zinnoberrot und hinterm wald
wie ein riesiger lampion
hängt die sonne
und sie entschwindet bald
im kalten dezemberwinterwald
nebelkrähen schreien schon

alabasterweiße blumen blüh'n
bei frost wohl in der nacht
ein wintermond am himmel steht
und ein kalter wind
von osten weht
die eule ruft um mitternacht

es ritt ein reiter

 


es ritt ein reiter durch die nacht
der wind war bitter kalt
vom himmel fiel ein sanfter schnee
auf reiter - pferd und wald

und alle farben wurden weiß
in einer winternacht
die kälte fraß den letzten ruf
von pferd und reitersmann

gefrohrener atem

Bacharach - der Rhein zugefroren

gefrorener atem - knirschender tritt
eiswind bläst schneegestöber
krähen zerreißen die stille mit schrei
und flattern am wintermorgen


über den wolken aus eis und schnee
leuchtet fahl heut die sonne
gefrorener atem - knirschender tritt
schneeflocken - tanzende federn

abendrot



im abendrot verglüht der tag
das schilf rauscht leis im wind
und einer hält für uns die wacht
wenn wir beim schlafen sind


die nacht ist dunkel
seid nicht bang
die birke rauscht im wind
nur einer singt
die wacht ist lang
wenn wir beim schlafen sind


im morgenrot erwacht der tag
das zelt steht leicht im wind
und jeder der im traume lag
vergißt die nacht geschwind

heimat ist da

Andernach am Rhein - Sommer 2010


heimat ist da
wo dich die bäume kennen
wo der wind
deinen namen ruft
wo dich die straßen kennen
wo der vollmond
dir gute nacht sagt
wo dich die vögel kennen
wo der regen
auch sonntags fällt
wo eine liebe dich kennt
wo du glücklich und traurig bist
heimat ist da
wo dich die bäume kennen


heimat ist da ...
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