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Donnerstag, Mai 17, 2012

ich schreite durch den tau der nacht


ich trete aus dem dunklen wald

 der mir zur nacht ein lager war

 das morgenrot erscheinet bald

 der tag färbt sich nun wunderbar



 ich schreite durch den tau der nacht

 der legte sich auf allem hin

 der morgenwind - der weht nun sacht'

 ich weiß nicht wo ich morgen bin



 doch heute scheint die sonne mir

 der himmel wolkenlos und blau

 nun raste ich im schatten – hier

 auf meinem weg – in die wachau

Samstag, Mai 12, 2012

als ich den baum umarmte ...

Sequóia  gigantéa  -  Küstenmammutbaum

vor unendlich langer zeit
habe ich mein kleines geheimnis
auf die spitze
eines mammutbaumes gebunden

da war ich noch ein kind

nun habe ich den wunsch :
mein kleines geheimnis
wieder herunter zu nehmen

heute bin ich erwachsen

als ich den baum umarmte
wußte ich :
mein kleines geheimnis
ist dort oben in sicherheit

ich werde lange vor dem baum
nicht mehr da sein

Donnerstag, Mai 10, 2012

durch den tag sind wir gegangen



durch den tag sind wir gegangen
rasten in der dämmerung
und der himmel ist verhangen
weiter geht die wanderung

nebel steigt aus feuchten wiesen
still liegt vorn der dunkle wald
dort - wo wir das lager ließen
finden wir das feuer - bald

laute rufe - lachen - singen 
dringen durch die lange nacht
und die letzten lieder klingen
bis der neue tag erwacht

Freitag, Mai 04, 2012

steine sind mir gute freunde

Amethyst    -    Rosenquarz    -    Travertin

steine sind mir gute freunde :

 sie hören zu
  sie schweigen
  sie erzählen mir lautlos
ihre fantastische geschichte

Dienstag, Mai 01, 2012

und wir tanzen bis zum ende


wo die regenbogen enden
will ich mit dir tanzen geh'n

 und wir halten uns an händen
  freu'n uns auf ein wiederseh'n

und wir tanzen bis zum ende
wo ein regenbogen fällt :

  nimm die farben in die hände
  trag' sie mit mir in die welt !
 

Montag, April 30, 2012

dann spielte er auf seiner mondlaute


ein tagpfauenauge gaukelte vorbei
schweigend nahm er seinen sonnenhut
und setzte ihn
auf sein sternsilbernes haar

dann spielte er auf seiner mondlaute
vergessene lieder
vom großen Hwangho
bis ein nachtfalter vorbeiflog

Samstag, April 28, 2012

da wandelte ich traumbehangen


im dämmerlicht des frühen tages
da wandelte ich traumbehangen
durch wiesen - wo das schaumkraut blüht
und sanft der wind darüber weht

Dienstag, April 24, 2012

laßt mich laben an der quelle


laßt mich laben an der quelle
dort bei farn und holderstrauch
wo die wasseramsel singet
und im wasser badet auch

laßt mich laben an der quelle
dort wo schwarz die tannen steh'n
wo im weichen moos ich ruhe
und die tiere lautlos geh'n

laßt mich laben an der quelle
dort wo murmelnd - steine sind
wo die silberwasser springen
und ich träume wie ein kind

Montag, April 09, 2012

ein schiff von papier

Azulejos von Porto

ein schiff von papier
das machte ich mir
und legte darauf
einen traum

ich nahm es zum meer
der wind blies so sehr
und wehte hinweg
meinen traum

Samstag, April 07, 2012

die glockenblumen läuten still


die glockenblumen läuten still
in blau - den ganzen morgen
und weil sie niemand haben will
so läuten sie auch morgen 

und wenn sie dann verblühet sind
an einem frühen morgen
so hört man nicht den klang im wind
kein läuten mehr am morgen

die glockenblumen läuten still
im nächsten frühjahr wieder
und wenn sie niemand haben will
ich komme ja doch wieder ...  
       

Dienstag, März 20, 2012

mein lieb , wein' keine träne ...



ich schenk' dir rote rosen
aus meinem gärtelein
drum darf ich dich wohl kosen
herzallerliebste mein


mein lieb - wein' keine träne
der sommer ist noch lang
wenn ich mich nach dir sehne
komm' ich bei dir entlang


und geht der sommer wieder
herbst - winter zieh'n vorbei
bring' ich den strauß von flieder
im wonnemonat mai


mein lieb wein' - keine träne
der sommer ist noch lang
wenn ich mich nach dir sehne
komm' ich bei dir entlang

Freitag, März 16, 2012

es weht ein wind

Equisetum sylvaticum - Wald-Schachtelhalm


es weht ein wind
es rauscht das meer
es singt ein kind
im regenwind

es dämmert bald
es schweigt ein kind
es ist so kalt
im regenwind

  es wird nun nacht
es schläft ein kind
es träumt nun sacht
vom regenwind

Mittwoch, März 14, 2012

im café , auf dem weg nach dem nirgendwohin

im café 
auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt ohne namen :
hab' ich verlorene jahre gezählt !


im café
auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt ohne namen :
hab' ich vertrunken die einsamkeit !


im café
auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt ohne namen :
hab' ich vergessen die küsse von dir !


im café
auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt ohne namen :
hab' ich verspielt meinen großen schmerz !


im café
auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt ohne namen :
hab' ich zur nacht eine fremde geliebt !


im café
auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt ohne namen :
hab' ich verlorene jahre gezählt !

Donnerstag, März 08, 2012

mohnblüten

 
Herentals
 
 
blätter zart wie seide

und es spielen im wind 

die blüten in terracotta

Sonntag, März 04, 2012

verlorene träume

Herentals

heimweh nach verlorenen träumen

die mal waren – nicht mehr sind -

suche sie in allen räumen

hoffend – daß ich sie dort find ...

Samstag, Februar 25, 2012

an stillen ufern liegen

Impátiens glandulífera  -  Indisches Springkraut

an stillen ufern liegen
auf sanften wellen wiegen
den sternenhimmel greifen :
ich laß' die träume schweifen

dem ruf der wildnis lauschen
wo wälder mächtig rauschen
an klaren wassern trinken :
ich laß' mich traumwärts sinken

auf weichem moos hinschreiten
den blick in ferne weiten
die morgenröte binden :
ich laß' den traum entschwinden

Montag, Februar 13, 2012

blumen von papier

Ranunkeln   -  ( Dekoration )

  blumen von papier
die welken nie hin :
  sie blühen bei dir
  auch wenn ich nicht bin

blumen von papier
  so weiß wie der schnee :
die schenke ich dir
wenn ich von dir geh'

Samstag, Februar 11, 2012

meine winterfarben

blau - das eis vom see
schwarz - im feld die raben
weiß - der neue schnee
 

Mittwoch, Februar 08, 2012

ich habe den ort nie gefunden ...

Liquidámbar  styracíflua  -  Amberbaum

ich habe den ort nie gefunden 
den ich in träumen sah

da waren die häuser umwunden
mit gold - und silberhaar

die blumen
die blühten auf bäumen

und vögel sah ich dort :
die sangen so herrliche lieder

sie fliegen niemals fort

Mittwoch, Februar 01, 2012

armut heißt frieren



kälte kriecht durch jede ritze
weil der wind so frostig weht
staubig und zerbroch'ne fenster
starren in die dunkle nacht
nur ein kerzenstummel leuchtet
spärlich in dem dunklem raum
kälte kriecht durch jede ritze
eisig - wenn die sonne geht ...
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